Unsere Azubine war fleißig: Azubi-Bericht über Cerumen
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Portrait von Svenja Dieregsweiler

Unsere Azubis machen Hausaufgaben

Auch unsere drei Azubis sind aktuell nicht Vollzeit im Geschäft. Damit die Ausbildung nicht zu kurz kommt, haben sie Aufgaben bekommen, die sie zuhause bearbeiten. Unsere Auszubildende Svenja Dieregsweiler, im ersten Lehrjahr, hatte sich mit dem Thema Cerumen befasst. Wir finden, dass ihr das gut gelungen ist und möchten Sie gerne teilhaben lassen. Lesen Sie selbst:

Cerumen

Cerumen, oder auch Ohrenschmalz, befindet sich im äußeren Gehörgang aller Säugetiere. Es dient zum Schutz, der Reinigung und Desinfektion des Ohres.

Woraus besteht Cerumen?

Cerumen setzt sich aus einem gelblich-dünnflüssigen Sekret, fettigem Talg, kleinen Härchen und Hautpartikeln zusammen. Dieses Sekret wird von den Knäuel- und Talgdrüsen (auch: Ceruminaldrüsen) im vorderen Drittel des Gehörgangs produziert. Die Knäueldrüsen sind veränderte Schweißdrüsen, die unterhalb der Talgdrüsen sitzen. Die Mischung aus dem dünnflüssigen Sekret und Talg gibt dem Cerumen seine schmalzige Konsistenz.

Bislang sind weit über 1000 verschiedene Substanzen im Cerumen nachgewiesen, wie beispielsweise auch Cholesterin, Kohlenwasserstoffe, gesättigte und ungesättigte Fettsäuren und vieles mehr.

Konsistenz und Farbe ist sowohl alters- als auch genetisch bedingt.

Die Farbe des Cerumens reicht von einem hellen Gelb über einen bernsteinfarbenen Ton bis hin zu einem blutkrustenartigen Dunkelbraun. Werden wir älter, so verliert es schneller seinen cremigen Zustand und verfärbt in dunklere und trockenere Variationen.

Bei Menschen, die in Europa und Afrika leben, ist das Cerumen meist gelblich bis dunkelbraun und klebrig-ölig, wobei es bei der asiatischen Bevölkerung eher weiß bis grau und trocken-pulverartig ist.

Warum wird Cerumen benötigt?

Cerumen ist aus verschiedenen Gründen wichtig für uns:
Das Cerumen bildet einen Schutzfilm für die Haut, welcher vor Austrocknung, Schmutz und Keimen schützt.

Durch die klebrige Konsistenz bleibt der Schmutz, wie z.B. Staub, kleben und wird durch die Härchen zur Ohrmuschel abtransportiert.

Mit Hilfe enthaltener Bitterstoffe werden auch Eindringlinge, wie bspw. Insekten, von unserem Ohr ferngehalten. Sollte sich dennoch etwas in unser Ohr verirren, so sorgt die antibakterielle Wirkung des Enzyms Lysozym meist für ein schnelles Ableben des Eindringlings oder der Bakterien. Grundsätzlich lässt sich Cerumen auch mit einem natürlichen Desinfektionsmittel oder Antibiotikum vergleichen.

Durch häufiges oder falsches Reinigen der Ohren sorgen wir dafür, dass unser Ohr den natürlichen Schutz verliert. Die meisten Probleme mit den Gehörgängen, wie Entzündungen oder Verstopfung, kommen von falscher Pflege.

Beliebt zur Ohrenreinigung Zuhause sind Wattestäbchen, aber diese tragen meist nur einen verschwindend geringen Teil des Cerumens ab, eher wird es dadurch zu einem kleinen Pfropf geformt und tief in den Gehörgang geschoben, wo es vom Ohr selber nicht mehr abtransportiert werden kann. Wird das Ohr nun immer häufiger auf diese Weise „gereinigt“, so wird immer mehr Cerumen angesammelt, welches seinen Weg aus dem Ohr nicht mehr findet, bis der Gehörgang durch den Pfropf komplett verstopft wird. Dadurch entsteht das Gefühl eines Hörverlustes, manchmal durch ein Druckgefühl oder Ohrenschmerzen begleitet.

Durch die Wattestäbchen wird außerdem der Schutzfilm abgetragen und die empfindliche Haut darunter unbemerkt verletzt. Dies hat zur Folge, dass die Haut im Gehörgang austrocknet und spröde wird und die Bakterien so viel einfacher eindringen können, wodurch lästige Entzündungen des Gehörgangs entstehen.

Selbstverständlich sollte auch nicht mit spitzen Gegenständen (bspw. Pinzetten) im Ohr gearbeitet werden, dies kann die Haut oder auch das Trommelfell schnell verletzen. Sogenannte „Ohrreiniger“ oder „Ohrlöffel“ sollten im Gehörgang auch nur von Hals-Nasen-Ohren Ärzten verwendet werden.

Welche Möglichkeiten gibt es zur Reinigung?

Die wohl beste Möglichkeit ist es, den Hals-Nasen-Ohren Arzt aufzusuchen, denn er kann den Gehörgang schonend säubern.

Möchten Sie dennoch Zuhause selbst Ihre Ohren reinigen, dann sollten Sie sicher sein, dass an Ihrem Trommelfell keinerlei Erkrankungen vorliegen. Bei Unsicherheiten raten wir zu einem Gespräch mit Ihrem Arzt.

Für Zuhause eignet sich eine Ohrendusche. Dabei lässt man zum Beispiel beim Duschen klares Wasser bei einer schrägen Kopfhaltung, ohne Seifen oder Reinigungsmittel, ins Ohr laufen. Dadurch wird das Cerumen befeuchtet und überschüssiges Cerumen aus dem Gehörgang gespült, welches anschließend vorsichtig mit einem Kosmetiktuch oder Waschlappen entfernt werden kann. Hierbei ist zu beachten, dass das Kosmetiktuch am besten um einen Finger gewickelt und nicht in den Gehörgang eingeführt wird. So wird das Außenohr und der Gehörgangseingang von überschüssigem Cerumen befreit.

Abschließend ist zu sagen, dass Cerumen der perfekte Eigenschutz für unsere Ohren ist. Solange dieser nicht durch missverstandene Pflege gestört wird, ist es kaum von Nöten, die Ohren selbst zu reinigen.

Cerumen schützt unser Ohr vor Bakterien, den daraus folgenden Krankheiten und Eindringlingen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass das Ohr korrekt gepflegt wird, damit dieser Schutz bestehen bleibt. Cerumen oder auch Ohrenschmalz wird stark unterschätzt und ist sehr viel wichtiger, als uns oftmals bewusst ist.